Aug
10

Naim Ovator S-600

Wie im Artikel in der aktuellen Ausgabe (STEREO 9/2010) versprochen, gibt’s hier einen (leider stummen) virtuellen Spaziergang durch Naims wundervolle Ovator S-600.

geschrieben von Carsten Barnbeck am Dienstag, den 10. August 2010

Jul
09

Ellington at Newport

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Oh, ahhh - Und noch ein wenig Wochenend-Lesestoff für musikhistorisch bewanderte und alle, die es werden möchten: Duke Ellingtons legendärer Auftritt auf dem ‘56er Newport Jazz Festival jährt sich heute auf den Tag genau zum 54sten mal. Aus gegebenem Anlass hat die deutsche Wikipedia den Eintrag dazu als Artikel des Tages ausgewählt. Dort erfährt man zum Beispiel, dass Ellington bereits im Vorjahr als “Master Of Ceremony” die Ansagen in Newport tätigte (Yo, damit wäre er nach heutigen Maßstäben “MC Duke”) und dass die ebenfalls legendäre Live-LP zum Auftritt gar nicht soooooo live war, da man am 9. Juli, also zwei Tage nach dem Festival, noch ein paar Studiotakes nachschob und außerdem andere Mitschnitte verwendete, die erst nachträglich mit Applaus angereichert wurden.

Den Verkäufen tat das keinen Abbruch: Der Tonträger markiert den Beginn von Ellingtons Karriere und ist als meistverkaufte LP des Künstlers zugleich der kommerzielle Höhepunkt. Manche fangen eben ganz oben an. Lesenswert!

geschrieben von Carsten Barnbeck am Freitag, den 9. Juli 2010

Jul
09

Der HiFi-Hund

Tellerrand       Trackback

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Bei so viel Wetter kann man Nicky kaum verübeln, dass sie statt Katzenjagd, Häppchen-vom-Herrchen-Erbetteln oder feuchtfröhlichen Reviermarkier-Spaziergängen heute lieber der Faulenzerei frönt. Dass es sich um den Hund, ähem…Verzeihung, die Hündin unseres Kollegen Tobias Zoporowski handelt, lässt sich unschwer erraten. Immer in der Nähe von Herrchen, macht sie es sich am liebsten im Arbeitszimmer gemütlich und hat sich - wen wundert’s - den Pioneer-Amp als Kopfkissen ausgesucht.

Tja, Tobi, wie das Herrchen, so sein Hund.

P.S.: Lieblingssocke Karl - heute im kurzen Grauen unterwegs - darf bei so einer Schmuseparty natürlich nicht fehlen.

geschrieben von Carsten Barnbeck am Freitag, den 9. Juli 2010

Jul
01

34°C + 5dB = Knockout

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In der kommenden STEREO-Ausgabe (jawohl liebe Leser, das ist für uns bereits die 9/2010) widmen wir uns im Spezial den beliebten Reizthemen “Dynamic Range” und “Loudness War” sowie deren umstrittene Auswirkung auf die Qualität zeitgenössischer Tonträger.

Die zentrale Frage lautet natürlich: Klingen aktuelle Scheiben denn wirklich schlechter, weil sie ein wenig deftiger komprimiert wurden? Immerhin sind computergestützte Kompressoren heute “viel schlauer” als ihre analogen Vorväter aus den Siebzigern oder Achtzigern. Und sie arbeiten adaptiv, sehen während des Bearbeitungsprozesses stets, was da gleich an Signalen ankommt und können sich optimal darauf einstellen und vorbereiten. Gegenüber analoger Hardware sind sie echte Zeitmaschinen. Frequenzen und Linearität einer Aufnahme scheint ein Kompressor (die Abbildung unten zeigt seinen nahen Verwandten, den Limiter) nur wenig zu beeindrucken. Hier verweisen unsere Messungen zwar durchaus auf Unterschiede, solang das Mastering gewissenhaft und mit geschulter Hand durchgeführt wird, gibt’s aber keine Indizien für eine vorprogrammierte Sound-Katastrophe.

Den wahren Nachteil platter Musik lernt man am besten und schnellsten kennen, wenn man sich heute, also an einem Tag, an dem ein Redakteur mit Grips im Schädel Urlaub einreicht und ins Strand-Café hoppelt, einem nervzehrenden Selbstversuch hingibt. Sieben bis zehn CDs mit Dynamic-Rage-Werten von fünf oder weniger wollte ich mir rein informativ und ohne besondere Vorsätze zu Gemüte führen. Drei habe ich am Ende geschafft.

Klanglich sind CDs wie Gossips “Music For Men”, Holes neue “Nobody’s Daughter” oder etwa Prodigys “Invaders Must Die” in Ordnung. Die minimal instrumenterte Gossip-Scheibe klingt sogar richtig gut und hat - wie fast alle platten Produktionen - hohen Anmachfaktor, der zum Mitswingen animiert. Schon nach zwei Liedern greift man jedoch nach dem Lautstärkeregler und halbiert den Pegel.Das Gehör zeigt nach diesen wenigen Minuten bereits Ermüdungserscheinungen weil mangels Dynmikbandbreite Dauerfeuer angesagt ist und verlangt nach Ruhe - individuelle Schwankungen mal außer acht gelassen. Am deutlichsten wird das bei Prodigy oder bei Metallicas vielzitierter Ausgeburt der Klanghölle “Death Magnetic”. Solche Tonträger kann man nach einiger Zeit dann gar nicht mehr so leise regeln, dass sich nicht mehr nerven und das Gehör überanstrengen.

Aber damit es am Ende nicht heißt, wir würden pauschal alle aktuellen Pop-Titel verurteilen: Vorgestern habe ich, während ich am Rechner mit der monatlichen Pflege unserer Homepage beschäftigt war, die gerade für diesen Artikel gerippte 5. Symphonie von Mahler laufen lassen. Mit 16 Dezibel hat die Aufnahme eine exzellente Dynamik und auch klanglich bleiben keine Fragen offen. Allerdings ist es auch nicht witzig, wenn man vor lauter Schreck alle drei Minuten Kaffee über die Tastatur kippt.

Vermutlich hatte der Erfinder des Kompressors ebenfalls einen fleckigen Schreibtisch…

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Abb: Waves’ L1 “Ultramaximizer” (hier die aktuellste Version) war vor über zehn Jahren ein Meilenstein in der Mastering-Technik. Das PlugIn erlaubte und erlaubt dem Tontechniker, über den Regler “Threshold” einen dB-Wert anzugeben, ab dem laute Pegelspitzen mehr oder minder radikal begrenzt werden. So weit sehr gut, denn üble digitale Verzerrungen lassen sich damit effektiv vermeiden. Mehr Interesse fand jedoch die Funktion daneben. Mit “Out Ceiling” lässt sich festlegen, wie dicht der Durchschnittspegel danach normalisiert, also an die kritische 0-dB-Linie herangeführt wird. Wählt man - wie bezeichnenderweise im offiziellen Produkt-Screenshot des Herstellers - extreme Werte, wird die Dynamik kompromisslos beseitigt.Und um den Hersteller nicht ungerechtfertigt Schusslinie in die Schusslinie zu bringen: Das Kreativtool L1 war natürlich anno ‘95 gar nicht dafür gedacht jede Produktion zu glätten sondern entstand aus dem damaligen Heißhunger auf knallend laute Techno-Tracks. Und für die ist der Prozessor richtig gut!

geschrieben von Carsten Barnbeck am Donnerstag, den 1. Juli 2010

Jun
30

Uh la laaa: It’s A Philips!

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Gerade trudelte ein mittelgroßes Päckchen in der Redaktion ein, das ein brandneues Philips-Dock für alle aktuellen iPod/iPhone-Modelle beinhaltete. “Fidelio Dockinglautsprecher” heißt die das massige Gerät, das sich konzeptionell unübersehbar an B&Ws Zeppelin orientiert, in seinen Abmessungen und mit 6,5 Kilogramm Gewicht jedoch etwas bulliger und stabiler ausfällt. Und mehr Lärm veranstaltet es obendrein. Der eingesteckte iPod wird als digitale (!) Vorstufe genutzt und pustet seine Musik (digital natürlich) direkt in die beiden 50 Watt-Endstufen, die über zwei schnelle Lautsprecher-Arrays nebst Bassreflex-Öffnung gehörig losmarschieren.

Aber nicht nur der anspringende, druckvolle Tonfall begeisterte uns beim ersten Anchecken. Das Dock kommt mit einer Gratis-App daher, die iPhone- und Touch-Modelle in eine Uhr mit Sleep-Timer verwandeln. Die Abspiel- und Playlist-Funktionen lassen sich über diese App natürlich ebenfalls steuern. Und das schönste daran: Da wir über eine Software sprechen, können Updates jederzeit neue Funktionen bringen. Nett wäre zum Beispiel eine “Freisprecheinrichtung” fürs Telefonieren, da der Ton bei unserem ersten (und nicht ganz ernst gemeinten) Telefonversuch nicht auf die Boxen übertragen wurde. Das Dock ist außerdem sehr nobel verarbeitet und steckt in einem edel wirkenden Holzgehäuse. Da tun die happigen 630 Euro auch nur halb so weh.

Und ehe wir es vergessen: Entschuldigen Sie, dass wir für unseren Schnappschuss kein iPhone 4G auftreiben konnten. Wir wollten mit dem Anblick unseres 3GS-Oldtimer sicher niemanden beleidigen ;-)

geschrieben von Carsten Barnbeck am Mittwoch, den 30. Juni 2010

Jun
07

Meridian-Strip & Foto-Finish

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Hallo, hier ist noch einmal Anne Esch mit einem Highlight aus meinem Praktikum bei STEREO. Imagine, vor dir steht einer der zurzeit teuersten CD-Player mit integriertem Vorverstärker. Deine Aufgabe ist es, sein Innenleben zu ergründen. Dafür muss das Baby komplett auseinandergenommen werden – und danach noch funktionieren! Also ich wäre SEHR skeptisch! Genau das war heute die Aufgabe, die natürlich auch prompt in die Tat umgesetzt wurde. Schräubchen flogen aus ihren Gewinden heraus, die einzelnen Platinen waren in Windeseile freigelegt und aufs Genaueste inspiziert. Eigentlich sollte Meridians edler 808.3 nur fotografiert werden, doch bald hatte sich ein Grüppchen technikbegeisterter Redakteure um die aufwändige Maschine versammelt und das gute Stück entblättert wie einst Casanova seine Angebeteten.

Joachim Zell, Meister-Fotograf der STEREO und für all die tollen Bilder zuständig, die ich so oft im Heft bewundert habe, nahm mich an meinem ersten Praktikumstag für Lautsprecher-Fotos schon mit ins Möbelhaus (Abb. oben). Er zeigte mir etwa, wie sich mit seiner Kamera, ohne die Blende zu verstellen, ein gewünschter Ausschnitt von ganz vorn bis in die Tiefe scharf stellen lässt. So wird zum Beispiel eine ganze Reihe hintereinandergelegter CDs gestochen knackig, statt den Fokus nur auf eine zu legen und den Rest versuppen zu lassen. Verblüffend! Geht nur nicht zu Hause mit meiner kleinen Digi-Knipse.

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Überhaupt habe ich jetzt mal einen Eindruck von dem Riesenaufwand bekommen, der nicht nur hinter den Aufmacherfotos steht. Da wird geschoben und belichtet, Lampen herangerückt, auf- oder abgedimmt, bis irgendwann alles stimmt. Mit weniger ist Joachim Zell nicht zufrieden, und wenn die Redakteure noch so drängeln. So, das ist es fast schon gewesen. Heute ist mein letzter Tag bei STEREO. Neben mir liegt die Box einer kleinen Yamaha-Kompakt-anlage, in die ich mich verguckt habe. Vielleicht kann ich die Kleine und eine andere Minianlage gleich noch im Hörraum testen. Die Tage hier waren unglaublich interessant, sie haben mir Mut gemacht, mich tiefer ins Thema HiFi zu knien. Zuvor war ich zwar schon sehr interessiert, mir fehlten aber viele Grundlagen und irgendwie der Ansatzpunkt. Dank der Hilfe von Matthias Böde, ein Jugendfreund meines Vaters, ist dieser klitzekleine Grundstein jetzt auch praktisch gelegt. Bei Rolf Hähle hatte ich keinerlei Hemmungen zu fragen, zu fragen und vielleicht noch ein bisschen mehr zu fragen. Wer weiß, vielleicht baue ich mir eines Studententages nach viel Infosuche und Ausprobieren selbst mein Lautsprecherpaar.

Abschließend und alle Mitarbeiter von STEREO einschließend: ein riesengroßes DANKESCHÖN!

geschrieben von Anne Esch am Montag, den 7. Juni 2010

Jun
02

Input = Output? Denkste!

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Hallo, hier meldet sich wieder Anne Esch aus ihrem Praktikum im STEREO-Messlabor bei Rolf Hähle. Heute: Audiotest die Zweite und der elektronische Test eines Röhren-CD-Players. Wie verhält sich der Output bei welcher Frequenz? Wie laut ist das Geräterauschen bei Leerlauf und in Betrieb? Welches Impulsfilter wurde verwendet? Bei der Messung von CD-Playern, Vorverstärkern und ähnlichen Geräten ohne Schall produzierende Elemente fehlt selbstverständlich jede Art von direkten Sinneseindrücken. Das war beim Boxenmessen letztens noch anders und erschwert das Nachvollziehen und Verstehen der Ergebnisse ungemein!

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Trotzdem hatte ich jetzt das Gefühl, mit den Erklärungen und Erlebnissen der letzten Tage auf dem Buckel schon besser gewappnet zu sein und sah beim Anblick des Messgeräts von Rohde & Schwarz nicht komplett schwarz. Auch die Bedienung erschien mir deutlich laien-freundlicher als bei MLSSA, die nur per Kurzbefehle über die Tastatur zu bedienen ist. Das bedeutet, dass einem der ganze interne Aufbau des Programms im Kopf vorschweben muss. Das geht natürlich nur bei jahrelanger Erfahrung. Was mich heute fasziniert hat, war zum Beispiel der je nach Gerät unterschiedliche Umgang mit einzelnen Impulsen. Ein Impuls, wie er auf Datenträgern codiert ist, findet in quasi null Komma nichts statt. Dazu sind die Geräte aber aufgrund der begrenzten Abtastgeschwindigkeit und anderen elektronischen Mechanismen nicht in der Lage. Stattdessen wird der Impuls mit leichter Verzögerung in Form eines Peaks für den Spannungsabfall mit einer bestimmten Länge wiedergegeben. Nun kommt noch der Effekt eines von zwei möglichen Filtern drauf: Der CD-Player spuckt den eingehenden Nadelimpuls je nach Filter entweder mit einem gewissen Vor- und Nachschwingen oder nur mit einem Ausschwingen aus, welches dafür doppelt so lang ist. Der unumgängliche Fehler wird entweder auf die Zeit vor und nach dem Impuls verteilt, oder ausschließlich auf die Zeit danach verlegt. Auch interessant waren die Messungen mit und ohne Emphasis. Früher wurde der Lautstärkepegel der Höhen offensichtlich künstlich verstärkt, um den Störabstand bei der Wiedergabe zu verbessern. Dann senkt der Player die Obertöne entsprechend ab – und damit sein Eigenrauschen. Tut er’s nicht, klingt die Scheibe viel zu hell und schrill. Dies sind nur zwei Beispiele von vielen, die mir extrem deutlich vor Augen geführt haben, dass Input = Output einfach Quatsch ist. Bei genauerem Hinsehen wird so viel verzerrt, wieder ausgeglichen, angepasst und begrenzt – krass, dass dennoch ein schöner Klang entsteht! Um 14.00 Uhr pocht mein Kopf. Für den Rest des Tages bin ich in der Redaktion: Blog schreiben, HiFi-Geräte und die neue STEREO Hörtest-CD VI „testhören“. Genau die richtige, weil kreative Abwechslung für mein Gehirn.

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geschrieben von Anne Esch am Mittwoch, den 2. Juni 2010

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